Am 19.10.14 findet auf dem Schloss Heinrichshorst in Sachsenanhalt ein gemeinsames Strategietreffen von Bürgerinitiativen statt, die sich an Werra und Weser sowie anderen K+S- Standorten mit dessen Entsorgungsstrategie kritisch auseinandersetzen.

„Gemeinsam für einen umweltverträglichen Kalibergbau in Deutschland“ ist der Leitfaden für dieses Treffen, woran auch Bergbaufachleute und Vertreter von Umweltverbänden teilnehmen.
Angesichts des von der hessischen Landesregierung und K+S neuerlich vorgestellten Vier-Phasen-Planes zur so genannten „dauerhaften Lösung der Salzwasserproblematik an Werra und Weser“ gewinnt dieses Treffen an Brisanz.
Schon jetzt zeichnet sich unter den Bürgerinitiativen eine starke Bewegung gegen diesen „Sechzigjahrplan“ ab.

Es ist schon erstaunlich, dass eine grüne Umweltministerin, die bisher immer für eine grüne Zukunft eingetreten ist, kapituliert vor wirtschaftlichen Interessen eines Konzerns wie K+S und damit den Grund- und Trinkwasserschutz, den Landschafts- und Artenschutz und einen nachhaltigen Ressourcenschutz aufs Spiel setzt. Sie pokert dabei sehr hoch und gefährdet über 4000 Arbeitsplätze, weil sie alle Warnungen von Fachleuten in den Wind schlägt und z.B. mit der weiteren Verpressung von Kalilauge riskiert, dass die letzten Trinkwasservorkommen im Werratal unbrauchbar werden.
Weiterhin negiert sie, dass der Konzern K+S entgegengesetzt wie in Indien, Spanien und Kanada sich nach wie vor weigert, auch in Deutschland nachhaltige Technologien für eine abstoßfreie Produktion anzuwenden.
Dabei erscheint ihre Beteuerung, dass Arbeitsplätze und Umwelt nicht länger gegeneinander ausgespielt werden dürfen, als blanker Hohn.

Für uns als Bürgerinitiativen ist es auch völlig inakzeptabel, dass diese Vereinbarung ohne parlamentarische Beteiligung und ohne Einbeziehung der Anrainerländer verabschiedet werden soll.
Es ist anzunehmen, dass hier kurzfristig Tatsachen geschaffen werden, bevor das Gutachten des Bundesumweltamtes in Hinblick auf eine abstoßfreie Kaliproduktion Alternativen bieten könnte, die der K+S – Konzernstrategie, bis zum Ende der Kaliproduktion so weiter zu entsorgen, entgegenlaufen.

Das werden wir nicht akzeptieren auch zukünftig gemeinsam mit allen Betroffenen gegen diese Strategie vorgehen und dazu unsere Kräfte für eine nachhaltige und umweltverträgliche Kaliproduktion bündeln.



Klaus Reinhardt
Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Werratal“