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Trotzdem verzichtet der Runde Tisch auf eine Überprüfung der Verfahren. 

Die technische Machbarkeit der K-UTEC-Verfahren wird von K+S nicht mehr bestritten. Trotzdem stand ein Expertenstreit über die Höhe der Kosten im Mittelpunkt der Sitzung des Runden Tisches am 21. Januar 2014 in Heringen. Das Gremium zeigte sich überfordert und konnte keinen Beschluss fassen. 

K+S-Vertreter gehen von einer Investitionssumme von 1,6 Mrd. Euro und jährlichen Kosten von 150 Mio. Euro aus, die Aufbereitung der Abwässer sei deshalb für das Unternehmen nicht tragbar. Dr. Waldmann hat sich aber nicht die Mühe gemacht, diese Zahlen zu belegen oder plausibel zu machen. Er hatte nur einen "unabhängigen Gutachter" mitgebracht, der angeblich noch höhere Kosten errechnet. Dieser konnte allerdings nicht abstreiten, dass er bisher noch nie Anlagen dieser Art und dieser Größenordnung geplant hat und deshalb auch nicht über die nötige Erfahrung verfügen kann. 

Ganz anders der Vorstandsvorsitzende der K-UTEC AG. In einer 20-seitigen Schrift hat er die Kostenschätzung der K+S AG differenziert widerlegt, z.T. mit Patentschriften der K+S AG. Er kommt zu Investitionskosten von 522,220 Mio. Euro und einem jährlichen Gewinn von 101 Mio. Euro. Die Zahlen sind basieren auf Projekten, die sich gerade im Bau befinden bzw. deren Bau aktuell abgeschlossen ist und sind deshalb überprüfbar. 

Einigkeit bestand nur darüber, dass die Verfahren technisch machbar sind. Dies hatte die K+S AG noch im September 2013 bestritten. 

Dem Gremium wurde abschließend ein Beschlussentwurf vorgelegt, den die hessische Landesregierung vorformuliert hatte. Er soll angeblich die Ergebnisse von zwei geheimen Sitzungen zusammen fassen, die der Runde Tisch im Dezember 2013 und im Januar 2014 durchgeführt hatte. Abweichend von der bisherigen Praxis durften dort weder Gäste noch Abgeordnete und auch nicht die Mitglieder des Runden Tisches teilnehmen. 

In dieser Beschlussempfehlung sind die unterschiedlichen Zahlen unbewertet gegeneinander gestellt; man kommt zu dem Schluss, dass man keine Entscheidung treffen könne. 

Vor dieser Situation hat der Runde Tisch im September 2012 schon einmal gestanden; damals hatte er beschlossen, die Fragen der technischen Machbarkeit und der Kosten-Gewinn-Situation mit Technikumsversuchen überprüfen zu lassen. Die Leitung des Runden Tisches hat diesen Beschluss bis heute nicht umgesetzt. 

Über die Beschlussempfehlung konnte nicht abgestimmt werden, weil sie den K+S-Vertretern nicht weit genug ging. 

Die Werra-Weser-Anrainerkonferenz e.V. ist nach Überprüfung der Kalkulation der K-UTEC-AG überzeugt, dass die Aufbereitung der Abwässer für die K+S AG zumutbar ist und eine gangbare Lösung der K+S-Entsorgungspraxis bietet. Aus naheliegenden Gründen sollten die nächsten Schritte unabhängig von der K+S AG erfolgen, also auch nicht in den Händen der Hessischen Landesregierung oder der Leitung des Runden Tisches liegen. 

Hier sind die Unterlieger der Verursacherländer gefordert, ihre eigenen Interessen selbst zu vertreten. K+S hat auf der letzten Sitzung jedenfalls keine Bereitschaft zur Mitarbeit erkennen lassen. 

Dr. Walter Hölzel
Vorsitzender Werra-Weser-Anrainerkonferenz e.V.