SOTEC (BKB) gibt Projekt auf!

ein Ersatzbrennstoffkraftwerk in Trostberg

Nach Angaben des Unternehmens ist die Wirtschaftlichkeit des Projektes nicht mehr gegeben.

Dafür seien mehrere aktoren verantwortlich.

Zum einen hätten sich seit Beginn der Projektbearbeitung deutliche Preissteigerungen bei
den Anlagenbauern ergeben. Zum anderen habe sich auch die von der Politik erwartete aufwändigere
Verfahrenstechnik bei der Rauchgasreinigung negativ auf die Gesamtkalkulation ausgewirkt. Hinzu kämen weitere
Kosten steigernde standortspezifische Maßnahmen wie zusätzliche Lärmschutzvorkehrungen.
Diese zusätzlichen Belastungen aufzufangen, gebe der Abfallmarkt gegenwärtig nicht her. Es sei nicht möglich, die
notwendigen langfristigen Abfall-Lieferverträge mit ausreichenden Mengen zu wirtschaftlichen Konditionen zu
schließen.


In dem Kraftwerk sollten jährlich rund 150.000 Tonnen Ersatzbrennstoffe wie aufbereitete Gewerbeabfälle thermisch
behandelt werden. Die dabei entstehende Energie war für die Papierfabrik Rieger vorgesehen.
„Die Entscheidung der Firma SOTEC sich von dem Projekt EBS-Kraftwerk in Trostberg zurückzuziehen, ist ein
verheerender Rückschlag für die mittel- und langfristige Energieversorgung der Papierfabrik“, so Klaus Müller und
Andreas Noss von der Rieger-Geschäftsführung gegenüber der Passauer Neuen Presse. Die Rieger-Geschäftsführung
erläuterte weiter, dass die meisten Papierfabriken in Deutschland den Weg der Reststoff-Verbrennung gingen, um die
energiereichen Sortierabfälle aus dem Papierrecycling zu nutzen. Eine Energieversorgung auf Basis fossiler
Brennstoffe sei nicht kalkulierbar und wettbewerbsfähig. Daher werde man mit „Volldampf“ weiter an
Energieversorgungs-Konzepten arbeiten.
Die Papierfabrik Rieger im bayerischen Trostberg erzeugt Wellpapperohpapiere und weiße und graue Kartonsorten
aus Altpapier. Dass wirtschaftlicher Erfolg und Umweltschutz Hand in Hand gehen können, beweist Rieger mit dem
praktizierten System der Kreislaufwirtschaft. Denn die dort erzeugten Produkte sind ein Naturprodukt aus 100 %
Altpapier und wiederum zu 100 % recyclingfähig.
Viele Maßnahmen und Investitionen der letzten Jahre haben die Umwelt entlastet und Emissionen gesenkt, zeigt
Rieger auf seinen Internetseiten auf. So wurde 1998 eine komplett neue biologische Kläranlage modernster Technik
in Betrieb genommen.Die Abwassermenge ist kontinuierlich gesenkt worden.Geruchsprobleme gehören der
Vergangenheit an, Lärm konnte durch ein umfangreiches Werks-Logistik-Projekt und den Einsatz von lärmreduzierter
Stapler deutlich gemindert werden und auch der Energieeinsatz wurde durch den Einsatz modernster Dampf-
Kesseltechnologie und Optimierungen an den Maschinen beträchtlich gesenkt.
SOTEC stellt klar, dass im vorgesehenen Kraftwerk kein Klärschlamm und kein Sondermüll verbrannt werde
Kunststoffe, Papier, Holz und Pappe, das wären nach Angaben von Michael Manthey, dem Leiter der
Öffentlichkeitsarbeit der Sotec-GmbH mit Sitz in Saarbrücken, die Brennstoffe, die im geplanten EBS-Kraftwerk in
Trostberg verbrannt werden sollten, um Strom und Dampf für den Bedarf der Papierfabrik Rieger zu erzeugen.

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Quelle:  Der EUROPATICKER Umweltruf erscheint im 8. Jahrgang. Das Ersterscheinungsdatum war der 20. März 2000.
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