Bürgerinitiative "Für ein lebenswertes Werratal" bereitet sich gegen Wiederstand auf Prozess vor

Heringen. (ep/zz) Für den Betrieb der Müllverbrennungsanlage im hessischen Heringen sind nach Informationen der Bürgerinitiative "Für ein lebenswertes Werratal" erst 4900 Tonnen Müll aus der Region vertraglich gebunden.

Wo kommen die restlichen 266 100 Tonnen Müll her, fragt BI-Vorsitzender Klaus Reinhardt (Dankmarshausen).

Der Mülltourismus nehme angesichts der zunehmenden Müllknappheit in Deutschland bedrohliche Züge an - und das mit Rückendeckung der Bundesregierung, beklagt die Bürgerinitiative. "Die Behauptung von sauberen Anlagen dank ,moderner deutscher Filtertechnik´ ist reine Zweckpropaganda", heißt es in einem Protestbrief der BI gegen die Inbetriebnahme der noch im Bau befindlichen Müllverbrennungsanlage vor den Toren Dippachs.

Die Klagegemeinschaft aus Kommunen und BI bereitet sich mit ihren Gutachtern und dem Rechtsanwalt derweil auf den Prozess vor dem Verwaltungsgericht Kassel vor. Die Klage richtet sich gegen die Genehmigung der Anlage durch das Regierungspräsidium Kassel.

In der Klageerwiderung wurden übrigens alle von den Gegnern eingebrachten Fakten, die gegen den Betrieb der Anlage sprechen, in Frage gestellt. "Mit fadenscheinigen Begründungen wurde versucht, unsere Gutachter zu diskreditieren und alle Einwände, wie etwa die bestehende Vorbelastung in dieser Region zu entkräften, offensichtlich mit dem Ziel, den Klageprozess zu verzögern, um mit dem Fortgang der Arbeiten zunehmend Tatsachen zu schaffen", so die BI. Der Anlagenbetreiberin, die E.ON, Energy from Waste Heringen GmbH, plant die Inbetriebnahme für Mitte nächsten Jahres. Die Bürgerinitiative kämpft ungeachtet dessen weiter für ein "müllverbrennungsfreies Werratal". Sie hofft, dass das Gericht denen Recht gibt, die auch Recht haben.



10.12.2008

Quelle: TLZ vom 11.12.2008