Dippach. (ep/zz) "Wir werden gewinnen, bevor der Regelbetrieb aufgenommen wird", prophezeite Rechtsanwalt Matthias Müller-Meinecke den etwa 200 Gästen bei der Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative "Für ein lebenswertes Werratal" in Dippach.

Im Focus stand auch die Ersatzbrennstoffanlage der Betreiberfirma BKB auf dem Areal des Kali+Salz-Geländes in Heringen. Die Anlage ist so gut wie fertig. In vier bis fünf Wochen, weiß die BI, soll der Probebetrieb starten, etwa im August der Regelbetrieb einsetzen. Mehrere Gemeinden aus dem Werratal klagen gegen den Dauerbetrieb und setzen dabei auf besondere Umstände im Werratal, die laut BI bei der Genehmigung außer Acht gelassen wurden (TLZ berichtete). Generell neue Erkenntnisse darüber brachte das Referat von Rechtsanwalt Müller-Meinecke nicht. 

Die Klage basiert auf der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtes, nachdem besondere Umstände beim Betrieb solcher Anlagen zu beachten seien. Dazu zählen laut BI-Argumentation unter anderem luftaustauscharme Wetterlagen, steile Hänge im Umfeld, manipulierte Klimadaten und die erhöhte Vorbelastung mit Schadstoffen vor allem durch die Kali-Abraumhalden. 

Ziel der BI ist es, die vom Münchner Sachverständigen Dr. Schorling angefertigte Schadstoff- belastungs-These samt Modellversuch wissenschaftlich auch anderweitig zu fundieren, was im Vergleich mit sieben weltweit ähnlichen Gutachten gelungen sei, so der Jurist. Die Hauptverhandlung steht laut Müller-Meinecke voraussichtlich im späten Frühjahr an. Nicht nur Müller-Meinecke glaubt, dass Müll aus der Wartburgregion in der BKBAnlage verbrannt würde, da hier mehr Geld für die Tonne Müll bezahlt würde als in der Verbrennungsanlage in Zella- Mehlis, in die der Müll der Region derzeit geschafft wird. Für Landtagsabgeordneten Tilo Kummer (Die Linke) sind die für Zella-Mehlis kalkulierten 40 000 Tonnen gewerblichen Abfalls zu hoch angesetzt. "Die fehlenden Tonnen gehen auf Kosten des Gebührenzahlers, denn der kommunale Müll reicht nicht aus, um die Anlage effizient zu betreiben", betonte Kummer. Die Anlage in Heringen würde nur zum Mülltourismus beitragen.

Quelle: TLZ vom 12.02.2009 Eisenacher Lokalteil S. 2