In der Müllverbrennungsanlage Heringen hat sich am 04.07.09 ein Störfall ereignet.
Wie erst später bekannt wurde, war nach einem Filterriss 90 min. lang giftiger Staub an die Umwelt abgegeben worden. Ursache des Störfalls soll ein gerissener Textilfilter gewesen sein.
Das Regierungspräsidium Kassel als Aufsichtbehörde spielte, wie nicht anders zu erwarten, diesen Vorfall herunter und antwortete erst auf Anfrage, dass die Gefahrenquelle für die Bevölkerung nicht überschritten worden sei.

Für uns eine Schutzbehauptung und wiederum ein Zeichen fehlender Fürsorgepflicht dieser Behörde. Wie kann ansonsten unterlassen werden, die Bevölkerung rechtzeitig darüber zu informieren und nachzuweisen, wie z.B. durch Messungen vor Ort, dass keine Grenzwerte bei krebserregenden Stoffen überschritten worden sind.

Dieser Störfall bestätigt zum wiederholten mal unsere Annahme, dass wir es in Heringen mit einer "Billigversion" zu tun haben und hier auf keinen Fall eine Anlage gebaut worden ist, die dem modernsten Stand der Technik gerecht wird.

Deshalb halten wir an unserer Forderung fest, mit dem Einbau zusätzliche Filterstufen zu sichern, dass bei solchen Szenarien die Bevölkerung vor gesundheitlichen Gefahren geschützt wird. Weiterhin fordern wir, dass im Wiederholungsfall der Betreiber und in Folge die Aufsichtsbehörde die Bevölkerung umgehend informieren und entsprechende Maßnahmen einleiten.

Wir als BI werden uns vorbehalten, rechtliche Schritte einzuleiten.

Klaus Reinhardt

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