Das ist unglaublich

Auch im westlichen Wartburgkreis wächst seit über 15 Jahren zusammen, was zusammengehört. Eine Landschaft,

die auf östlicher Seite durch die Ausläufer des Thüringer Waldes und auf westlicher Seite durch das beginnende Hessische Bergland geprägt wird- verbunden durch das Werratal und das Grüne Band der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Naturschutzgebiete und verschiedene Schutzzonen für eine einzigartige Tierwelt, Wälder, Wiesen und Felder prägen diese Landschaft. Besucher sind immer wieder begeistert von unserer Region. Doch wie lange noch? In den nächsten Jahren soll im hessischen Heringen eine Müllverbrennungsanlage gebaut werden. Niemand wird ernstlich die Bedeutung und Zukunft des Unternehmens „Kali und Salz" als einem der größten Arbeitgeber der Region in Frage stellen. Aber das die Energieversorgung dieses Großbetriebes  durch Verbrennen von Müll sichergestellt werden soll, ist aus Sicht der Menschen, der Tiere und Pflanzen ein unglaublicher Vorgang. Auf viele Jahre hinaus wird die Luft durch Staub schmutziger und durch eine Vielzahl verschiedenster Inhaltsstoffe giftiger. Auch die besten Filteranlagen werden das nicht verhindern. Hinzu kommt eine dramatische Verkehrsbelastung durch Müllfahrzeuge, die Abfall anliefern und Schlacke abtransportieren.
 Als unmittelbar Betroffener einer thüringer Nachbargemeinde bin ich entsetzt über den Beschluss aus dem Heringer Rathaus. Ein Blick in die ausliegenden Planungsunterlagen zeigt, dass bei den momentan vorherrschenden Hauptwindrichtungen (von West nach Ost) der Großteil der Abluft zu uns in den westlichen Wartburgkreis gelangt. Ob man bei der Beschlussfassung in Heringen vergessen hat, dass Schadstoffe an Orts- und Gemeindegrenzen nicht halt machen? Doch wohl kaum.
Eine Hoffnung habe ich noch. Unter Umständen hat der begonnene Klimawandel auch einmal etwas Gutes. Vielleicht dreht sich die Hauptwindrichtung ja um- dann bleibt der Dreck dort , wo er erzeugt wurde. Schade nur, dass man auf solche Wunder hoffen muss. Wo bleibt der gesunde Menschenverstand? Zur Energieerzeugung durch Müllverbrennung gibt es nämlich auch Alternativen- wenn man das will...  .

Leserbrief von Hilmar Schleicher, Mitglied der in Gründung befindlichen BI „Für ein lebenswertes Werratal" in der TLZ Eisenach