In einer öffentlichen Fraktionssitzung der Linken in Untersuhl am 09.07.2006 erfuhren zum ersten Mal Bürger aus der Region vom geplanten Bau einer Müllverbrennungsanlage in Heringen.

Zugleich wurde darauf hingewiesen, dass der BUND/O.G. Landeck dazu am 14.07.2006 im Bürgerhaus Heringen eine Informationsveranstaltung durchführt. Bereits im Vorfeld dieser Veranstaltung traf sich eine kleine Gruppe Gleichgesinnter, um sich darüber zu verständigen, wie schnellstens die Bevölkerung über diese Veranstaltung informiert werden könnte.
Mund zu Mund-Propaganda und einige Flyer waren in Anbetracht der kurzen Zeit die einzigsten Möglichkeiten.

Um so erstaunlicher war es, das der Saal zur Informationsveranstaltung gefüllt war, jedoch die allermeisten Besucher kamen aus dem Wartburgkreis. Allen voran Bewohner der Gemeinden Dippach, Dankmarshausen und Berka/Werra. Diese Menschen kamen nicht ohne Grund, denn sie befürchteten eine massive Minderung ihrer Lebensqualität durch diese neue Anlage.
Eine typische Meinung einer der Besucher war damals: „Kali + Salz macht das Geschäft und wir bekommen den Dreck.“

Klaus Koch vom Verband „Das bessere Müllkonzept“ hielt einen Vortrag zur Müllverbrennungsanlage, deren gesundheitliche Folgen und über die Möglich-keiten der Gegenwehr der betroffenen Bürger.
Es war eine sehr emotionale Veranstaltung, die geprägt war vom teilweise scharfen Pro und Kontra der Befürworter und Gegner der Anlage. In einem anschließenden Gespräch mit erregten Anlagengegnern schlug Herr Koch vor, eine Bürgerinitiative zu gründen, um den Protest und die Gegenwehr zu organisieren.

Das war der Anstoß dafür, sich am 19.07.2006 in Dippach zu treffen, um über ein gemeinsames Vorgehen zu beraten.
In dieser Veranstaltung kam wiederum die Betroffenheit und der Protestwille zum Ausdruck.
Mitstreiter aus Dippach, Dankmarshausen, Berka/Werra, Gerstungen, Herda, Hausbreitenbach, Vitzeroda, Heringen und Bad Salzungen beschlossen deshalb, eine Bürgerinitiative mit dem Namen „Für ein lebenswertes Werratal“ zu gründen.

Es war ein einmaliges Ereignis. Zum ersten Mal überhaupt schlossen sich Bürger aus zwei Bundesländer, Thüringen und Hessen, zu einer Bürgerbe-wegung zusammen, um gemeinsam für ein lebenswertes Werratal zu kämpfen.
Wichtigstes Ziel war den Bau der Müllverbrennungsanlage in Heringen zu verhindern. 29 Bürger traten noch an diesem Abend der Bürgerinitiative bei.
Neben der Diskussion über die zukünftige Satzung wurde festgelegt, am 21.07.2006 zu einer Infoveranstaltung nach Dippach ins Hotel „Werrablick“ einzuladen. Während dieser Veranstaltung trugen sich weitere 90 Bürger als Mitglieder der Bürgerinitiative ein. In der Folgezeit fanden zahlreiche Aktionen statt. (siehe Punkt „Wir über uns“, Unterpunkt „Was bisher geschah“)

Am 07.09.2006 wurde der Beschluss gefasst, die Bildung eines eingetragenen Vereins (e.V.) zu beantragen. Dem Antrag wurde am 13.09.2007 vom Amts-gericht Eisenach stattgegeben.
Ebenfalls wurde der Bürgerinitiative am 27.11.2006 vom Finanzamt Mühlhausen die Gemeinnützigkeit zuerkannt.



Klaus Reinhardt